Nimmt man die reine Statistik, sind die Durchschnittsgehälter in der Slowakei im Krisenjahr 2009 gewachsen. Doch die Zahlen führen in die Irre. Viele Firmen entließen nämlich in erster Linie die verzichtbareren Mitarbeiter der unteren Qualifikations- und Gehaltsebenen, während man die gut qualifizierten und spezialisierten Mitarbeiter hielt.
Das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen in der Slowakei lag in den ersten drei Quartalen 2009 bei 722 EUR und damit - statistisch - 23 EUR über dem Wert von 2008. In Bratislava, der mit Abstand prosperierendsten Region des Landes lag der Wert mit 951 EUR deutlich darüber, Trnava schnitt mit 666 EUR ab, Košice mit 656 EUR, Žilina mit 628, Nitra mit 600. Die ärmsten Gegenden blieben Banská Bystrica mit 580 EUR und Schlusslicht Prešov mit 545 EUR.
Am besten bezahlt wird in der Slowakei im IT- und Telekomsektor. 2009 war das Durchschnittsgehalt hier 1.282 EUR pro Monat, knapp gefolgt von der Banken- und Versicherungsbranche mit 1.268 EUR. Der öffentliche Bereich liegt mit 933 EUR deutlich darunter, in der Industrie ist der Schnitt sogar nur 741 EUR. Am schlimmsten geht es der Bauwirtschaft, hier wurden im Schnitt nur 562 EUR pro Monat, wohlgemerkt brutto, bezahlt.